Woche 47 / 2018

Stein für Stein von Frauenhand gebaut

«Schau mal, der Beton raucht!» Fernanda Wallimann blickt fasziniert auf die kleinen Gussformen, gut fünfzehn Zentimeter im Quadrat und etwa sechs Zentimeter tief. Eine reiht sich an die andere. Keine Stunde ist es her, seit Fernanda zusammen mit zwölf anderen Mädchen den Beton gemischt und eingefüllt hat, um am Ende dieses Zukunftstages einen selbst gemachten Kerzenständer nach Hause nehmen zu können. «Fasst ruhig mal an», sagt Cyrill Huber zu den Mädchen im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren, die sich nun neugierig um die Gussformen drängen, «dann merkt ihr, dass der Beton richtig warm ist.» Huber ist Instruktor in den Maurerlehrhallen des Campus Sursee und betreut an diesem Donnerstagmorgen zusammen mit seinem Berufskollegen Bruno Stadelmann die Mädchen. Er erklärt ihnen, dass im Beton eine chemische Reaktion stattfindet, welche die Wärme produziert und den Beton hart werden lässt. Das Projekt «Mädchen – bauen – los!» will Mädchen am nationalen Zukunftstag für die Bauberufe begeistern. Oder zumindest das Interesse dafür wecken, wie die Dachorganisationen Baukader Schweiz und Schweizerischer Baumeisterverband schreiben. Denn nach wie vor ist das weibliche Geschlecht kaum vertreten in der Branche: «Von den 340 Maurerlernenden aus elf Kantonen, die bei uns die schulische Ausbildung absolvieren, sind es aktuell fünf Frauen», sagt Peter Emmenegger, Kursleiter der Maurerlehrhallen Sursee. Ziel des Projektes «Mädchen – bauen – los!» sei es, den Schülerinnen den Maurerberuf zu zeigen. Dass sich deswegen eine junge Frau später für diese Ausbildung entscheide, sei allerdings selten. Das findet Emmenegger schade, denn die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten seien im Baugewerbe enorm breit gefächert. Der Grund, weshalb eine junge Frau diesen Beruf lerne, finde sich oft in der Familie: «Ein grosser Teil der weiblichen Lernenden übernimmt später einmal den elterlichen Betrieb. mehr

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