Woche 25 / 2018

«Die Entwicklung macht mich sehr stolz»


Schweissperlen zeigen sich auf der Stirn. Das ist nicht nur den tropisch anmutenden Temperaturen im Singsaal geschuldet. Kevin Sieber gibt an diesem Probenachmittag vollen Einsatz, steckt viel Herzblut in die Gesangslektion. Er dirigiert, singt selber, begleitet auf dem Piano. Vollen Einsatz erwartet er auch von der Schülerschaft. «Das war mir zu zaghaft, wir machen es gleich nochmals», heisst es schon mal, wenn die weit über 100 Schüler mit zu wenig Inbrunst singen. Der 27-Jährige leitet seit dem Schuljahr 2013/14 den Sek-Chor Sursee, der Schüler von 13 bis 16 Jahren der Schulhäuser Alt St. Georg, Neu St. Georg und Georgette umfasst. Als der gebürtige Trienger und heute in Büron wohnhafte Sieber, der auch regelmässig für diese Zeitung als Berichterstatter im Einsatz ist, 2013 als junger PH-Absolvent zum Lehrerteam in Sursee stiess, übernahm er als Teil seines Pensums auch den damals darbenden Sek- Chor. Er startete mit gerade mal 15 Schülerinnen; seither stieg der Bestand in stattlichen Schritten stetig an. Im Vorjahr wurde die 100er- Schwelle überschritten, heute gehören dem Chor gut 140 Schülerinnen und Schüler an, mehrheitlich Mädchen. Mehr mache nun kaum mehr Sinn, meint Sieber. Die Entwicklung freut ihn ausserordentlich. «Das macht mich sehr stolz und zeigt, dass ich nicht alles falsch gemacht habe.» Er hat jeweils kräftig die Werbetrommel gerührt für seinen Chor, ging zu Beginn des Schuljahres von Klasse zu Klasse und lädt jeweils die zukünftigen Sek-Schüler an die Konzerte ein.


Best of, aber auch viele neue Stücke
Am Wochenende finden im Begegnungszentrum in Schenkon zum fünften Mal unter seiner Leitung die Sommerkonzerte statt. Die beiden Konzerte morgen Freitag und übermorgen Samstag jeweils um 20 Uhr stehen heuer im Gegensatz zu den Vorjahren nicht unter einem besonderen Motto, sondern heissen schlicht «Jubiläumskonzerte». Dargeboten werden Höhepunkte aus dem Liedgut der vergangenen fünf Jahre (etwa Queen oder ABBA) und neu eingeübte Stücke (etwa Ed Sheeran oder Kunz). Sieber hat die Songs alle selber arrangiert. Wie in den Vorjahren wird der Schülerchor bei den beiden Konzerten von Sieber dirigiert und von einer vierköpfigen Ad-hoc-Band mit Schlagzeug, Gitarre, Bass und Klavier begleitet. Neu ist hingegen das Rahmenprogramm: Die Türöffnung ist bereits eine Stunde vor Konzertbeginn, weil erstmals auch eine Festwirtschaft geführt wird. Der Eintritt ist wiederum frei, es gibt eine Kollekte. Zwei Chormitglieder treten bei den Sommerkonzerten 2018 bereits zum vierten Mal auf. Die beiden Schülerinnen haben eine Klasse wiederholt und waren dem Sek- Chor gleich zu Beginn beigetreten. Diana Omazic ist eine dieser Schülerinnen. Ihre Cousine, die einst auch Teil des Sekchors gewesen war, hatte sie zum Beitritt motiviert. «Du musst unbedingt hingehen, das ist megacool», habe diese gesagt. Die 16-jährige Diana kann sich vorstellen, später mal einem anderen Chor beizutreten. Die älteren Chormitglieder bekommen von Sieber jeweils eine besondere Rolle zugewiesen. «Ich sage ihnen, dass sie als gutes Beispiel vorangehen, die anderen mitreissen sollen.» Das klappt in seinen Augen sehr gut. Und wie ist Kevin Sieber als Chorleiter? Diana Omazic sagt: «Er ist eigentlich recht tolerant. Aber wenn wir nicht zuhören, kann er schon mal ein wenig laut werden. Er will halt, dass wir uns aufs Singen konzentrieren. » Die Früchte dieser Anstrengungen, das Herzblut, das im Projekt steckt, können morgen und übermorgen in Schenkon gehört und gesehen werden.

ACHIM GÜNTER